Groupon – die Idee hinter dieser Wortschöpfung

 

 

Groupon…. Haben Sie davon schon einmal gehört? Nein? Trösten Sie sich, Sie sind nicht allein, denn längst nicht jeder weißt, was sich hinter dieser Wortschöpfung verbirgt, obwohl dieses Konzept in diesem Jahr einen regelrechten Boom erlebt, dem man sich kaum noch entziehen kann. Für alle diejenigen, denen es trotz dessen gelungen ist, diesem Hype bislang erfolgreich zu entgehen, soll die Idee, die sich hinter dem Wort Groupon verbirgt an dieser Stelle etwas näher beleuchtet werden.

Das Konzept hinter dieser Geschäftsidee ist fast so einfach wie die Wortschöpfung selbst. Der Begriff Groupon setzt sich aus dem englischen Wort für Gruppe („group“) und dem französischen Wort für Gutschein („coupon“) zusammen und ist damit fast selbsterklärend. Gemeint ist, dass über ein Onlineportal die Kaufkraft von Interessenten für ein bestimmtes Produkt gezielt gebündelt werden kann. Auf diesem Wege entsteht aus der Nachfrage des Einzelnen eine Gruppennachfrage, welche den Angebotspreis entsprechend über Gruppenrabatte drückt.  Voraussetzung für die Generierung dieser Rabatte ist in der Regel eine Mindestanzahl an Käufern, die das gleiche Produkt erwerben wollen.


 

Dieses Prinzip funktioniert in der Praxis wie folgt: Auf den Onlineplattformen wie http://www.groupon.de/ werden täglich sogenannte Deals/ Angebote eingestellt. Wird die bestimmte Mindestanzahl von Deals innerhalb der Deallaufzeit von meist 24 Stunden verkauft , erhält der Käufer den Gutschein nach Bezahlung per E-Mail. Dieser kann ausgedruckt und vor Ort einlöst werden. Obwohl der Rabatt über die Gruppe erzeugt wird, löst jeder den Gutschein für sich zu einem selbst wählbaren Zeitpunkt innerhalb der Gültigkeit ein. Der Gutschein ist abhängig vom Angebot 3 bis 12 Monate gültig. Wird die Mindestanzahl an Kaufbereiten nicht erreicht, kommt kein Deal zustande. Da dieses Konzept noch relativ neu ist wird es auf den Onlineportalen auch noch einmal erläutert. http://www.groupon.com/learn

So generiert dieses Prinzip eine Win-Win-Situation, da das Groupon-Konzept vor allem lokale Unternehmen unterstützt und deren Angebote attraktiver für den Kunden gestaltet und der Kunde selbst profitiert von einer Ersparnis von durchschnittlich 50-70%. Der Anbieter kann im Vorfeld kalkulieren, wie niedrig der Preis gehen kann, um noch profitabel zu sein. Im Vordergrund steht allerdings weniger der durch diese Deals zu generierende Gewinn, sondern der Marketingpush den das Unternehmen dadurch erhält. Der Bekanntheitsgrad kann auf einen Schlag gesteigert werden ohne viel Geld für Werbung zu investieren. Hinzu kommt, dass zufriedene Kunden auch außerhalb solcher Aktionen wiederkehren und auch bereit sind Empfehlungen gegenüber Freunden, Bekannten und Kollegen auszusprechen. Keine Marketingaktion vermag ein solches Ergebnis unter Einsatz solch geringer Mittel zu generieren. Auf http://www.grouponworks.com/ werden die wichtigesten Fakten für die anbietenden Unternehmen noch einmal zusammengefasst

Für den Kunden ist dieses Prinzip des Crowdsourcing, um besondere Angebote zu bekommen, nicht neu, doch es erreicht durch diese Onlineplattformen eine völlig neue Ebene, die den Nerv der Zeit trifft. Waren die Liveshoppingsendungen im Fernsehen noch als Hausfrauenprogramm verpöhnt, so spricht diese neue Form eine wesentlich breitere und auch jüngere Zielgruppe an. Regionalen Rabattheften für Freizeitaktivitäten und andere Vergünstigungen gelang es schon eine breitere Masse anzusprechen, doch mussten die Kunden ganze Gutscheinbücher mit mehreren Rabattaktionen kaufen, von denen sie gar nicht alle ansprachen und so konnte nur ein Teil dieser Gutscheine genutzt werden. Auch diesem Problem hat sich das Konzept Groupon angenommen und es beseitigt, um den größtmöglichen Nutzen für den Kunden zu gewährleisten. Jeder wählt nur gezielt die Aktion aus, die ihn wirklich interessiert und die er nutzen möchte. Die Angebote sind täglich wechselnd und reichen von Restaurant und Kinogutscheinen bis hin zu Kurztrips.

Mittlerweile hat dieses Konzept eine solche Popularität erreicht, dass auch die ARD Sendung PlusMinus über dieses Phänomen berichtete.

 

 

Es gibt, wie bei jedem neuem Konzept allerdings nicht nur Fürsprecher. So werden in einem Artikel von Spiegelonline vor allem die kurzen Laufzeiten der Angebote und eingeschränkte Gültigkeit der Gutscheine sowie der, als mangelhaft eingestufte,  Datenschutz kritisiert.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,720766,00.html

Natürlich profitiert nicht nur der Kunde oder das anbietende Unternehmen von diesen Deals, die Onlineprotale erhalten als Vermittler eine Provision. Der Ursprung dieser Geschäftsidee liegt bei dem gleichnamigen amerikanischen Live-Shopping-Unternehmen Groupon, das im November 2008 Chicago eroberte und aufgrund des Erfolges mittlerweile viele Nachahmer/Copycats Europa zu verzeichnen hat. Doch auch wenn das Interesse nun geweckt ist soll auf die Ursprünge sowie die Plagiate dieses Konzeptes erst im nächsten Blog eingegangen werden.

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  1. #1 von Andrea am Oktober 18, 2010 - 12:37 pm

    Seit wann gibt es eigentlich Groupon in Deutschland?

  2. #2 von maria am Oktober 18, 2010 - 5:51 pm

    Der deutsche Marktführer CityDeal wurde im November 2009 gegründet und am 16.05.2010 als größter Grouponklon vom US-Vorbild Groupon geschluckt. Damit dürfte CityDeal das erste Unternehmen gewesen sein, das in Deutschland mit dem Groupon-Konzept live ging, auch wenn weitere Nachahmer im Dezember folgten.

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