Wer oder was ist Alando?

Schon mal bei Alando ein gebrauchtes Fahrrad gekauft? Einen Satz Winterreifen oder Original Levis 501 für 25 € ? Nein? Wie auch, wenn Sie auf die Frage wer oder was Alando überhaupt ist passen müssen. Zugegeben, es ist mittlerweile auch schon mehr als zehn Jahre her, dass Alando für Schlagzeilen in der Presse gesorgt hat und es gibt bekannter Weise wenig Älteres als die Zeitung von gestern. Wenn Sie mögen, dann helfen Sie sich doch schnell selbst auf die Sprünge und tippen http://www.alando.de in die Adressleiste Ihres Browsers ein. Sogleich sind Sie in einem Geschäft gelandet, das Ihnen genauso bekannt sein wird wie Reichelt, Aldi oder Kaisers.

Bei dem Sie aller Wahrscheinlichkeit nach schon längst Kunde geworden sind oder vielleicht auch einmal einen für sich selbst gefunden haben. Sie haben die Eingangstür zu EBay betreten. Zu dem Laden, der 1999 den drei Brüdern Oliver, Marc und Alexander Samwer und ihren Studienfreunden und Geschäftspartnern Jörg Rheinboldt, Karel Dörner und Max Finger das Erfolgsprodukt Alando für 43 Millionen US-Dollar abkauft. Ein beeindruckend großer Batzen Geld. Ein so großer Batzen, dass selbst wenn man ihn durch sechs Köpfe teilt, ein Betrag für jeden übrig bleibt, den wohl nur sehr wenige im Laufe ihres langen Arbeitslebens als Gesamteinkommen erwirtschaften. Umso beeindruckender, wenn man den Umstand bedenkt, dass Alando lediglich sechs Monate nach Gründung benötigte, seine Wettbewerbsfähigkeit am Markt unter Beweis zu stellen. Sechs Monate, die den zum damaligen Zeitpunkt in Deutschland weitgehend unbekannten Branchenprimus zu der Überzeugung gelangen ließen, dass es sich bei diesem Deal um ein Sprungbrett handelt. Eines, das genug Antriebskraft frei werden lässt, um sich in einem Satz über den großen Teich in den europäischen Markt hinein zu katapultieren.

Man kann sagen, dass EBay alles richtig gemacht, die Übernahmeabsicht genau zu dem damaligen Zeitpunkt zu erklären. War Alando doch fähig genug, sich von den in einer Vielzahl vorhanden Onlineauktionshäusern als ideales Investitionsobjekt hervor zu tun jedoch nicht gereift genug, um seinen Gründern ausreichend Sicherheit zu bieten. Die Sicherheit auf wachsende Marktanteile und Gewinnaussichten, die als Gegengewicht zu 43 Millionen Dollar eine Verkaufsentscheidung hätte kippen können. Aus späterer Sicht bezeichnet Oliver Samwer das Geschäft in einem Spiegel-Online Interview (2005) als „unseren vielleicht größten Fehler“ – EBay Deutschland macht zum damaligen Zeitpunkt 120 Millionen Euro Gewinn im Jahr.

Hinterher ist man bekanntlich immer klüger und ob es nun die richtige Entscheidung gewesen ist oder nicht sei dahin gestellt. Denn sicher ist, dass die Firmengründer Alandos, alle im Alter zwischen 20 und 30, es geschafft haben, mit ihrer Unternehmung einen absoluten Volltreffer zu landen. Die viel interessantere Frage lautet, wie sie das gemacht haben. Zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle zu sein, bedeutet auf Erfolg ermöglichende Rahmenbedingen zu treffen. Das ist schon vielen gelungen. Diesen Umstand erkannt und auch noch das richtige Zutun geleistet zu haben ist etwas, von dem schon wesentlich weniger zu Recht berichten dürfen. Wie ist es den Alandogründern gelungen, solch ein Kunststück zu vollbringen?

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  1. #1 von Andrea am Oktober 25, 2010 - 6:21 pm

    Die Frage ist ja auch, ob die Alando-Gründer es genauso weit gebracht hätten wie Ebay. Und vielmehr ja noch, ob sie sich gegen Ebay hätten durchsetzen können, wenn diese auf anderem Weg in den Markt eingetreten wären. Wie du schon schreibst, kaum einer von uns kann mit dem Namen etwas anfangen.

    Hinter Ebay steckte sicher damals schon viel mehr Kapital. Allein die Werbekampagne von damals zeigt das ja: Drei, Zwei, Eins, Meins!

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