Es wird Zeit für einen Strategiewechsel…!

Die letzten Monate waren dunkle Monate für die VZ-Netzwerke: Die drei gemeinsamCommunitys verloren fast 40 Mio Visits. Nach dem 10%-Rutsch kommen „StudiVZ“, „MeinVZ“ und „SchülerVZ“ noch auf 368,50 Mio Visits nach IVW-Zählung.

Der Verlust ist der traurige Höhepunkt der Visit-Talfahrt: Im Juli hatten die Holtzbrinck-Seiten bereits 23 Mio Visits eingebüßt, im August weitere 6 Millionen.

StudiVZ sind nicht die einzigen. Auch die anderen Communities hatten wenig zu lachen. „Wer-kennt-wen“ verlor 7 Mio Visits (gesamt: 156,36 Mio), „MySpace“ 5 Mio (33,73 Mio). ProSiebens „Lokalisten“ büßten „nur“ 2 Mio Visits ein, sind mit 24,37 Mio aber ohnehin abgeschlagen. Branchenliebling „Facebook“ ist bei der IVW-Auswertung nicht dabei.

Die neue Strategie von StudiVZ


StudiVZ setzt auf eine neue Strategie, um neue Nutzer zu gewinnen. Diese sollen nun gezielt bei kleineren Wettbewerbern abgeworben werden.

Der deutsche Markt für Social Networks sieht sich langsam aber sicher einer ähnlichen Situation gegenüber, wie zum Beispiel die Mobilfunkbranche. Die Zahl der neuen Nutzer fällt vergleichsweise gering aus, stattdessen muss man sich verstärkt gegenüber Wettbewerbern behaupten. Und diese sind in Deutschland nicht gerade rar gesät. Neben der VZ-Gruppe sind unter anderem noch Wer-kennt-wen, Lokalisten oder stayfriends.de zu nennen. Hinzu kommt die deutsche Version von Facebook.

Social Networks galten lange Zeit als aussichtsreiche Wachstumskandidaten. So sicherte sich etwa Microsoft Minianteile bei Facebook. Auch anhaltende Spekulationen über einen möglichen Börsengang des US-Portals wurden mit Spannung verfolgt. Dennoch steht, bei den Kontaktportalen genauso wie bei Angeboten wie YouTube, die Frage der Finanzierung im Raum. Nur hohe Nutzerzahlen bringen genügend Werbeeinnahmen, eine „Grundgebühr“ für eine Mitgliedschaft würde zahlreiche Mitglieder verschrecken.

Nach einem Bericht des Handelsblatts ist man sich nun auch bei StudiVZ der Problematik bewusst. Das Portal will demnach in Zukunft auf aggressives Wachstum setzen und kleinere Wettbewerber wie Wer-kennt-wen und Lokalisten gezielt verdrängen. StudiVZ geht davon aus, dass die Zielgruppen der Portale nun nahezu vollständig erschlossen seien. Wer ab 2011 noch wachsen wolle, müsse dies durch aktives Abwerben von Nutzern tun.

Bei StudiVZ verfolgt man daher quasi eine „Zwei-Fronten-Strategie“. Während einerseits bei kleineren Anbietern abgeworben werden soll, will man sich gegenüber Marktführer Facebook durch eine andere Zielgruppe abgrenzen. Bei StudiVZ stehen künftig Nutzer zwischen zwölf und 29 Jahren im Fokus.

Hier noch ein Interview mit Sebastian Kriese, dem Manager für strategische Partnerschaften bei den VZ-Netzwerken. Er spricht über den Megaerfolg Frohe Ernte, eine anstehende Kooperation mit Playdom und die Erfolgsaussichten für neue App-Entwickler auf den VZ-Plattformen.

Silas

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  1. #1 von Martin am November 8, 2010 - 8:14 am

    Ich persönlich glaube ja, dass sich mit einer Grundgebühr im Sinne eines Freemium-Modells durchaus was verdienen lässt. Kostenlos bleibt einfach alles so wie es jetzt ist und die Premium-Mitgliedschaft für 2,50€ im Monat bringt Vorteile wie zB:
    * keine Werbung
    * Nachrichten per IMAP/POP abrufbar
    * Gruppendiskussionen per RSS oder Mailingliste
    * Pinnwand per RSS
    * in Benachrichtigungen steht nicht nur, dass etwas passiert ist sondern auch, was genau und was irgendwo hingeschrieben wurde
    * alle gespeicherten Daten / Fotos / Nachrichten / etc. sind als Archiv herunterladbar (so wie es FB jetzt auch anbietet)

    Mir persönlich wär das durchaus 2,50€ im Monat wert, allerdings dauert es nicht mehr lange, bis der Großteil meiner Freunde auch bei Facebook ist und dann ist diese Chance verspielt.

  1. CopyCats gehen in die 3. Runde « German CopyCats

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