Groupon – Ein innovatives Geschäftsmodell?

Was muss ein unternehmerisches Konzept bieten, um sich am Markt durchsetzen zu können?

Diese Frage haben sich schon viele gestellt und wenn sie so einfach zu beantworten wäre, hätten wir wohl nur noch erfolgreiche Gründungen zu verzeichnen.

Auch Faltin hat versucht dieser Frage nachzugehen. Für ihn hat eine Gründung umso mehr Erfolgschancen,   je größer der Marktvorteil  des Ideenkonzeptes gegenüber etablierten Konkurrenten ist. So lohnt es sich dieses Konzept so lange zu verfeinern, bis ein erheblicher Marktvorteil herausgearbeitet werden kann. (vgl. Kopf schlägt Kapital S.42)

Ein ähnlicher Prozess lässt sich auch bei Groupon beobachten. Andrew Mason ging 2007 mit seiner Onlineplattform The Point an den Start. Dieses Ideenkonzept erläuterte er auch bei Chicago Convergence, doch auch wenn wesentliche Vorteile für den Markt herausgearbeitet wurden, konnte es sich nur mäßig etablieren. Diese Ursprungsidee war allerdings die Voraussetzung für das schnellst wachsende Unternehmen der Geschichte. Mason hat den Markt und die Resonanzen auf The Point studiert, die Bedürfnisse der Kunden herausgefiltert und daraus ein neues Unternehmen mit einem ähnlichen aber neuen Konzept entwickelt.

Dieses Konzept von Groupon ist nicht revolutionär und auch alles andere als komplex aber wie schon Leonardo da Vinci sagte „In der Einfachheit, liegt die höchste Vollendung“. Onlineshopping ist nichts Neues und auch die Bündelung von Käufern zur Realisierung von Rabatten ist es nicht. So gab es Live-Shopping auf Onlineportalen mit tagesaktuellen Angeboten schon lange vor Groupon wie auch Gründerszene berichtete, doch Mason hat es neue Angebotsvarianten geschaffen, auf den sozialen Trend der Zeit zugeschnitten und damit eine einzigartige Produkt-/ Marktkombination geschaffen.

Während sich die Vorreiter des Live-Shoppings größtenteils auf Produkte des Alltags, wie zum Beispiel Elektrogeräte, beschränkten, bietet Groupon Erlebnisse und Dienstleistungen, die dem Käufer auch die Möglichkeiten der eigenen Stadt näher bringen sollen. Zudem trifft Groupon den Nerv der Zeit durch die Verknüpfung zu sozialen Netzwerken, auf Twitter und Facebook kann der Kunde den aktuellen Deal Freunden empfehlen und sich darüber austauschen. Das hat auch den Effekt, dass der Bekanntheitsgrad der Plattform sehr schnell anwächst.

Es wird eine Win-Win-Situation, ceteris paribus, geschaffen, da das Konzept vor allem lokale Unternehmen unterstützt und Ihnen eine neue Form des Marketings ermöglicht und der Kunde selbst profitiert von einer Ersparnis von durchschnittlich 50-70%. Durch diese Faktoren wird ein erheblicher Marktvorteil gegenüber der eingangs erwähnten Live-Shopping-Portale geschaffen. Für die vertriebenen Produkte fallen keine Lagerkosten an und eine Verbindlichkeit gegenüber dem Anbieter entsteht erst, wenn der Kunde den Gutschein bezahlt hat. Der finanzielle Aufwand sowie das finanzielle Risiko werden also erheblich minimiert. Mason hebt das Konzept auf ein anderes Level und schafft ein neues Entrepreneurial Design.

Aber ist das Geschäftsmodell von Groupon wirklich innovativ? Die Jury der Chicago Innovation Awards bescheinigt ihnen das und zeichnete Groupon 2009 als einen der Gewinner für ihr einzigartiges Konzept der collektive buying power aus und auch 2010 steht Groupon wieder auf der Liste der Nominierten.

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  1. #1 von Silas am November 19, 2010 - 5:56 pm

    Hast du das schon gehört? Zwei investoren von DailyDeal (Michael Brehm und Stefan Glänzer) wollen das Thema Groupon weltweit verbreiten.

    Über Rebate Networks adaptieren sie ihre Erfahrungen international und fokussieren sich dabei auf spezifische Märkte, in denen Groupon selbst noch nicht sonderlich aktiv ist.
    Rebate Networks bringt es derzeit auf sage und schreibe 29 Groupon-Klone in Europa, Asien und Südamerika.

    Hier mal eine nette Liste:

    Südamerika
    Notelapierdas in Venezuela, Kolumbien, Argentinien und Uruguay

    Asien
    Lashou in China
    Piku in Japan
    Deal Keren in Indonesien, Deal in Singapur, Nhommua in Vietnam und MyDeal auf Malaysia
    Ensogo in Thailand und auf den Philippinen

    Europa
    Kolektiva in Kroatien, Serbien, Bulgarien und Slowenien
    MyDeals in Tschechien und der Slowakei
    Gorod24 in der Ukraine, KuponVilag in Ungarn und FunDeal in Rumänien
    Deal24 in Finnland, Estland, Litauen und Lettland
    DailyDeal in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Großbritannien

    Glaubt man Michael Brehm, sind die beiden Gründer in China sogar Marktführer.

    Was denkst du wie sich das entwickeln wird? Wird es irgendwann ein Globales Groupon geben? Ein lustige Vorstellung.. 🙂

  2. #2 von Jörg Lawrenz am Dezember 7, 2010 - 4:45 pm

    Vorsicht, Vorsicht. Ein paar Mal habe ich schon Coupons gekauft, doch jetzt gings schief. Der Deal ist zustandegekommen, wurde bestätigt und das Geld von meinem Konto abgebucht. Nur der Gutschein kam nicht – trotz dreimaliger e-mail-Mahnungen. Und meine telefonische Beschwerde brachte auch nichts. Ob die Verwaltung nicht mehr mit der Arbeit mitkommt, weiß ich nicht. Ob diese Art der Kundenbetreuung der Anfang vom Ende der Plattform ist, auch nicht. Ich bin auf jeden Fall vorsichtiger geworden.

  1. 4. Woche Copy Cats- 1-monatiges Jubiläum! « German CopyCats

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