Unternehmen und ihre Internetpräsenzen

Digitale Visitenkarten – werden nicht nur in digitalen Geschäftsmodellen gefordert!

Bevor ich zum heutigen Thema „Unternehmen und ihre Webseiten“ komme möchte ich kurz an meinen Post von letzter Woche erinnern.

Review
In der letzten Woche ging es um das Cross-Selling-Potenzial digitaler Geschäftsmodelle Heute und wie Cross-Selling sich über die Jahre hinweg unauffällig in fast jedes Geschäft, jeden Laden und Shop „eingeschlichen“ hat, so dass wir es Heute als ganz natürlich und selbstverständlich ansehen.

Heute möchte ich an den Beitrag von Andrea „Braucht ein Coffeeshop eine Website?“ anknüpfen um näher auf die Wichtigkeit und ggf. auf die Probleme einer Internetpräsenz für Unternehmen eingehen.

 

Keine Webseite ist gleich und erfüllt ihren speziellen Zweck

Zunächst einmal ist nicht jede Webseite gleich „Webseite“. Jede Seite im WWW ist für einen ganz speziellen Zweck ins Leben gerufen worden. Warum ich schreibe „ins Leben gerufen“? Weil jede Webseite bei ihrer Errichtung leer ist und keine Inhalte bietet. Je mehr man aber an ihr arbeitet, desto mehr Charakter, Wichtigkeit und Alter erreicht sie und das ist genau das, was auch geschehen soll. Im Übertragenen Sinne kann man also davon sprechen das jede Webseite im Netz lebt: sie lebt von ihren Inhalten, dem sogenannten Content und davon wie viele Leute sich für diesen Inhalt interessieren, die Seite besuchen und ihn lesen.

1. Die Webseite als digitale Visitenkarte

Am Montag hat Andrea damit begonnen die Internetpräsenz von Balzac Coffee mit der Seite von Starbucks zu vergleichen und hat sofort bemerkt, dass dies gar nicht so einfach ist. Die Webseite von Starbucks hat so lange Ladezeiten, dass Besucher schnell ungeduldig werden und es lieber vorziehen die Infos die sie brauchen, woanders zu suchen. Zum Beispiel bei Wikipedia.

Doch sollte sich eigentlich niemand einzig und allein auf digitale Lexika allein berufen. Unternehmensbezogenen Informationen, sollten nicht auf fremden Seiten aktueller sein als auf der eigenen Seite! Das wirft nicht gerade ein gutes Licht auf ein Unternehmen und es suggeriert zudem so etwas wie Gleichgültigkeit oder schlimmer, wie Unfähigkeit – Unfähigkeit aktuelle Informationen über das eigene Unternehmen und über die eigenen Produkte online zu stellen.

Der Artikel von Johanna Bressler „Erfolgreiche Unternehmensseiten sind barrierefrei“ bringt einige wichtige Argumente auf den Punkt:

„Durch aktuelle Themen und genaue Informationen wird die unternehmenseigene Website nicht nur zur Wissensdatenbank für den Besucher sondern gewinnt auch an Wichtigkeit für Suchmaschinen was wiederum eine bessere Reihung in eben den Selben mit sich bringt.“

Johanna Bressler schreibt hierbei auch über die Wichtigkeit von Suchmaschinen, die wir an dieser Stelle selbstverständlich nicht auslassen, aber auch nicht zu sehr ins Detail gehen wollen.

Damit eine Unternehmenswebseite bei relevanten Suchanfragen auch tatsächlich vom Internetnutzer gefunden werden kann, ist es überaus wichtig, dass die Seite für die Suchmaschinen gut aufzufinden und zu „lesen“ ist. Dazu gehört, z.B. dass eine logische Menüführung der Seite vorhanden ist.

Das mögen nicht nur Suchmaschinen, sondern trägt auch zur Usability für den Besucher bei, denn wenn er sich auf der Seite bewegen will wird er sich über das Hauptmenü, welches meistens oben oder links zu finden ist, navigieren.

Dabei müssen thematisch zusammenpassende Inhalte auch in unmittelbarer Nähe platziert werden. Ein kleines Beispiel, damit es nicht zu theoretisch wird: Auf einer Webseite eines Solarherstellers findet man das Hauptmenü Home, Über Uns, Produkte, Kontakt.

Logisch ist wohl, das kein Besucher die von diesem Unternehmen produzierten Solarmodule unter dem Menüpunkt „Über Uns“ suchen wird, sondern er auf „Produkte“ klickt.

Klare Strukturen, Transparenz und aktuelle, für den Leser unkompliziert geschriebene Texte sind für den Besucher wie auch für Google, Bing usw. optimal und fördern die Seite langfristig.

2. Die Internetseite als Geschäftskonzept am Beispiel Zalando

Internetseiten sind aber nicht nur als reine Informationsquelle nützlich sondern können viel mehr. In meinem bisher schon oft erwähnten CopyCat Zalando würden ohne die Internetseite wohl kaum nennenswerte Umsätze erzielt werden können. Zalando stellt auf seiner Seite Informationen zum Unternehmen nur nebensächlich vor. Die Seite hat einen ganz anderen Zweck: Verkaufen!  Und zwar Schuhe, Kleidung, Accessoires und Kosmetikartikel. Das Sortiment weitet sich immer weiter aus, wo wir wieder beim Cross-Selling wären…

Die von mir beschriebene logische und damit barrierefreie Menüführung hat Zalando gut umgesetzt. Kunden finden über das oben platzierte dropdown-Menü schnell wonach sie suchen. Das zusätzlich links

Menüführung bei zalando.de

platzierte Menü „Top Schuhkategorien“ soll Kunden noch schneller an ihr Ziel führen: die angesagtesten und meist gekauften Schuhe! Der eine Kunde mag es, der andere sucht lieber selbst nach seinem Schuh.

Zalando bemüht sich auch um Transparenz: das zusätzliche obere Menü stellt die 3 Hauptvorteile für den Kunden dar und lässt ihn durch anklicken weitere Informationen erhalten. Wir erinnern uns, Zalando wirbt damit, ihren Kunden 100 Tage Rückgaberecht zu gewähren, die Schuhe kostenlos zu liefern und eine ebenfalls kostenlose Hotline zu haben.

Daneben sind 2 schon sehr bekannte Signets zu sehen die Vertrauen erwecken sollen: Eine TÜV-Plakette und ein Signet von trusted e-shop

 

 

Trusted e-shop und TÜV Plakette

 

Guarantee“die nur getestete und für Vertrauenswürdig eingestufte E-Shops auf ihren Seiten veröffentlichen dürfen. Damit wird versichert, das über 100 Qualitätskriterien von Zalando.de erfüllt werden.

3. Kritisch: die Bezahlung im Internet

Anfangs konnte sich kaum ein Kunde vorstellen wie das gehen soll: bargeldlos im Internet bezahlen. Egal was man kauft, es kann online direkt bezahlt werden, sodass die Ware noch am selben Tag verschickt werden kann. So erreichen Internetshops wie Zalando eine höhere Sicherheit für sich selbst und können extrem kurze Lieferzeiten gewährleisten, wie wir ja in Andreas Post über ihre neuen Schuhe mit erleben durften.

Digitale Bezahlsysteme werden oft kritisch beäugt. Das Vertrauen in diese Systeme fehlt einigen Kunden immer noch und führt nicht selten dazu, dass sie lieber die teure Nachnahme (+2,-€) anklicken, anstatt ihre Kreditkartendaten oder Bankkontodaten digital zu hinterlegen.

 

Ihr Misstrauen kommt ja nicht von ungefähr. In Bezug auf die aktuellen Ereignisse dieser Woche:wollen uns kurz an die Veröffentlichungen geheimer Daten aus der US-amerikanischen Botschaft über das Infoportal Wikileaks erinnern. Wenn also hochgeheime Daten aus amerikanischen Botschaften an die Öffentlichkeit geraten, wie sicher sind dann unsere Bankdaten???

Zurück zu den Bezahlsystemen: das wohl bekannteste ist PayPal. PayPal funktioniert folgendermaßen: Zalando hat PayPal als Zahlungsmöglichkeit

Bezahlmöglichkeiten bei Zalando

auf ihrer Seite und das bedeutet, dass sie ein Virtuelles Konto bei PayPal haben, auf das eingezahlt werden kann. PayPal verwaltet die Umsätze und zieht für jeden Umsatz einen bestimmte Prozentsatz für sich ab. Zalando zahlt also dafür, dass Kunden kostenlos über PayPal bezahlen können. Damit Kunden dies allerdings können, müssen sie sich vorher bereits einen PayPal-Account angelegt haben. Dazu gehört auch die Verknüpfung eines eigenen Bankkontos mit dem virtuellen Konto des PayPal-Accounts. Bei einer Bezahlung über PayPal zahlt der Zahlende nichts, dafür aber der Zahlungsempfänger. PayPal bezahlt zunächst den Betrag an Zalando und holt zieht dann erst im Nachhinein das Geld vom Bankkonto des Kunden ab.

 

Eine andere Form digitaler Bezahlung hat Jan gestern kurz angedeutet. Klingeltöne über Jamba konnten direkt über die Handyrechnung, d.h. zunächst bargeldlos bezahlt werden. Aufgefordert wurde man von Jamba dabei nur z.B. „Frosch2“ an eine bestimmte Nummer zu senden. In den nervigen Werbeclips wurde es dann in kürzester Zeit gefühlte 1.000.000 mal wiederholt: Sende „Frosch2“ and 333333 usw!

 

4. Zu guter Letzt: Die Kommunikation auf allen digitalen Kanälen

Silas hat in seinem letzten Kommentar zu Andrea’s Beitrag schon angedeutet: die Wichtigkeit von Facebook & Co. für Unternehmenswebseiten.

Auch Zalando ist überall, wo es wichtig sein könnte vertreten. Sie haben eine

Zalando bei Twitter und Facebook

eigene Facebook-Seite und sind auch über das immer beliebter werdende Twitter verfügbar.

 

Wer z.B. Fan auf Facebook wird, erhält einen Shopping-Gutschein wenn sich insgesamt mehr als 30.000 Fans finden. Diesen Gutschein kann man dann aber erst ab einem Bestellwert von 50,00 € einlösen… auch dieses Thema hatten wir bereits. Bild!!!

 

Es gibt noch einige andere Zwecke von Webseiten, aber die virtuelle Visitenkarte – ein Unternehmensprofil und ein Internetshops sind für Unternehmen die wohl am wichtigsten derzeit und sollten besondere Aufmerksamkeit erhalten. Das heißt die Infos sollten immer aktuell und interessant aufbereitet sein und trotzdem den Webseiten-Besucher nicht überfordern.

 

Das jedes Unternehmen eine eigene Web-Präsenz haben sollte, haben wir nun lang und breit erläutert, aber wie sieht es mit Privatpersonen aus? Meint ihr, das jeder eine eigene private Homepage haben sollte, auf der er oder sie sich und sein Leben selbst präsentiert? Wie seht ihr das?

Autor: Daniela

Quellen:



 

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  1. #1 von Jan am Dezember 6, 2010 - 7:54 am

    Hey Daniela,
    interessanter Artikel! Die von Dir angesprochene usability ist meiner Meinung nach mit einer der wichtigsten Kriterien, wenn es darum geht, ob eine Website einen professionellen Eindruck macht oder nicht. Dazu gehört, dass auf den ersten Blick so viele Informationen wie möglich und nötig übermittelt werden, sodass man entweder mit einem schnellen Klick in die gewünschte Richtung weiter kommt oder dass man gleich das Gewünschte findet. Lange Ladezeiten sind da natürlich das Letzte, was passieren darf. Wenn die Seite vernünftig funktioniert und dann auch noch ansprechend aussieht, dann sind das schon mal zwei gute Voraussetzungen, damit man etwas länger stöbert als die durchschnittliche Verweildauer, die ja nur ein paar Sekunden betragen soll. Es kann in jedem Fall nur Vorteile für ein Unternehmen bringen, wenn es so einen professionellen Internetauftritt hat.
    Um sich als Privatpersonen im Internet darzustellen, gäbe es für mich nur den Grund, dass ich mir davon berufliche Vorteile verspreche. Vielleicht um einen potentiellen Arbeitgeber neben meinen Bewerbungsunterlagen und dem Vorstellungsgespräch die Möglichkeit zu geben, noch mehr über mich zu erfahren – allerdings bekommt man auch ohne eigene Homepage einen Job. Netzwerke gibt es online genug und die dürften besser funktionieren als die eigene, alleinstehende Seite, um Kontakte zu knüpfen.
    Also um Deine Frage zu beantworten: Privat kommt man auch so ganz gut durchs Leben, ohne dass man den datensammelnden Werbekonzernen eine Steilvorlage für ihre Rasterfahndung liefern muss!

  2. #2 von waelti am Dezember 6, 2010 - 6:26 pm

    Wow, viel Information. Ich bin ausgeruht, gut drauf – dann geht das. An manchen Tagen wäre mir die Fülle beinahe zuviel. Auch wenn die Informationen sehr wertvoll sind.

    Mit dem Satz: „Keine Webseite ist gleich und erfüllt ihren speziellen Zweck“ habe ich ein bisschen Probleme. Ich „meine“ zu Wissen, was gemeint ist…
    (Etwa: Webseiten sind unterschiedlich. Jede erfüllt einen speziellen Zweck?)

    Privat „haben müssen“ – auch die Fälle mag es geben. Kontakt mit entfernten Verwandten und Bekannten. Zum Beispiel. Wobei dies – natürlich – auch auf anderen Wegen möglich ist.

    Die „anderen Wege“ sind vermutlich mit ein Grund, warum über „Blogsterben“ geredet wird 😉

    Hier (also im privaten Bereich) sind wohl die meisten reines Hobby, üben und ähnliches.

    Grüsse. W.B.

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