Was jeder Unternehmer von Mark Zuckerberg lernen kann (Teil 2)

Wie bereits angekündigt beschäftigt sich mein heutiger Artikel mit der Innovationsstrategie von Facebook.

Grundsätzlich dienen Innovationen Unternehmen dazu, wettbewerbsfähig zu bleiben bzw. ihren Konkurrenten einen Schritt voraus zu sein.

Patrick Stähler, eine Koryphäe in der digitale Netzwerkökonmoie, sieht das Geschäftsmodell einer Unternehmung als gute Analyseeinheit der Innovationstrategie.

Um diesen Ansatz in Bezug auf Facebook besser zu verstehen, möchte ich kurz das Geschäftsmodell von Facebook mit Stählers Worten zusammenfassen. Dabei müssen zwei Fragen beantwortet werden:

1)   Welchen Nutzen stiftet Facebook seinen Nutzern? (Value Proposition)

und 2) Wodurch wird Geld verdient?

Facebook bietet Usern die Möglichkeit Teil einer Gemeinschaft zu sein und sich in dieser zu präsentieren. Nach Maslows Bedürfnis Pyramide stehen in diesem Kontext vor allem das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Wertschätzung im Vordergrund. Der Bedarf der User im Internet zu kommunizieren und sich damit zugehörig zu fühlen und auch wertgeschätzt zu fühlen wird von Facebook hervorragend gedeckt und stellt somit die Value Proposition dar.

Im B2B bietet Facebook die Möglichkeit mittels Social Targeting interessengerecht, zielgerichtet und mit wenig Streuverlusten zu werben. Zusätzlich können Unternehmen sich in Form von Fanpages erfolgreich ihren „Kunden“ präsentieren und mit ihnen kommunizieren.

Nach Stähler kann nun eine Geschäftsmodellinnovation in mehrere  Komponenten unterteil werden, die in enger Verbindung zu einander stehen. Grob können

-Value Innovationen  und

– Ertragsmodellinnovationen

in einem Geschäftsmodel beobachtet werden.

Facebook ist meinen Augen u.a. ein Value Innovator. Es nutzt die Möglichkeiten der digitalen Netzwerkökonomie um eine Value Proposition anzubieten, wodurch es für seine User immer interessanter wird. Um auch weiterhin attraktiver als andere Social Networks zu bleiben, „kauft“ Facebook quasi neue Ideen ein.

Im Jahre 2007 machte Facebook seinen ersten Firmenkauf. Seit dem akquiriert es stetig junge talentierte Teams, die Innovationen ins Team bringen. Einige von den „eingekauften“ Unternehmern haben beispielsweise dafür gesorgt, dass das iPhone App gelauncht wurde. Andere sind für die Erstellung von Gruppen oder Plattformen innerhalb von Facebook verantwortlich. Damit wird kontinuierlich Value für den User generiert.

Aber auch das Ertragsmodell Facebooks hat sich mittlerweile vergrößert. Sicherlich wird der meiste Umsatz immer noch über zielgerichtete Werbung verdient, dennoch sucht Facebook stets nach weiteren Einnahmequellen. Beispielsweise deutet alles darauf hin, dass kommerzielle Seiten zukünftig kostenpflichtig sein werden.

Möglicherweise wird es für die kommerziellen Seiten eine kostenlose Basisversion geben. Premium könnte dann 5 $ im Monat kosten. Damit würde Facebook Millionen einnehmen Monat für Monat. Facebook stellt nicht nur die größte, sondern auch die innovativste Plattform im Internet zur Verfügung. Also warum sollten sie nicht auch ein bisschen Geld damit verdienen?

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  1. #1 von Sami am Dezember 4, 2010 - 10:09 pm

    Hey,
    ich persönlich muss sagen, dass dein Artikel äußerst informativ war.
    Deine Aspekte bezüglich der Innovationsstrategien von Facebook sind leicht nachvollziehbar.
    Die Idee von Facebook, nun die kommerziellen Seiten kostenpflichtig zu gestalten, ist sehr intelligent, denn so hat Facebook die Möglichkeit, den Ertrag um ein vielfaches zu steigern.
    Bezüglich deiner abschließenden Frage lässt sich lediglich sagen, dass es zwar viele positive Aspekte mit sich bringt, es jedoch sein kann, dass sich viele Unternehmen die Frage stellen werden, ob sie tatsächlich ihre neuen Produkte und allgemein ihr Unternehmen über solche Community-Seiten wie Facebook publizieren sollten. Dies lässt sich insbesondere damit erklären, dass speziell kleine Unternehmen sich fragen werden, ob sich diese Kosten tatsächlich in naher Zukunft rentieren werden.
    Ich würde mich über weitere Artikel freuen.
    MfG

  2. #2 von Jan am Dezember 6, 2010 - 8:35 am

    Hi Silas,
    ich selbst bin kein Facebooknutzer und wenn mich nicht letztens so ein paar Typen in der Uni gezwungen hätten, dann hätte ich mir da wahrscheinlich nie im Leben einen Account erstellt ;p
    Zum den Usern gestifteten Nutzen, finde ich es interessant, dass Du die Maslowsche Bedürfnispyramide heranziehst, denn unter dem Gesichtspunkt hatte ich Facebook noch nicht betrachtet. Das man über Facebook wunderbar über sich selbst, also das Lieblingsthema eines jeden, berichten kann, war mir bewusst und für mich mit der Grund, warum alle so auf Facebook stehen.
    Maslow als weiterführende Erklärung passt da ganz gut. Seiner Rangfolge nach kommen mittig die sozialen Bedürfnisse, dann Individualbedürfnisse und darüber nur noch die Selbstverwirklichung. Wenn man sich die Seiten des ein oder anderen anschaut und sich die Frage stellt, was hat derjenige sich bei dem Bild jetzt gedacht, so führt das nicht selten zur Antwort „wie geil ICH auf der letzten Party wieder ausgesehen habe…“.
    Naja, wie dem auch sei, wenn einem die Masse mit dem Köder der vermeintlichen Chance auf Selbstverwirklichung schon ins Netz geht, dann liegt die Frage „warum nicht auch ein bisschen Geld damit zu machen“ wirklich zum Greifen nahe.

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