Die Übernahme von Groupon ist gescheitert

Vor knapp drei Wochen berichtete ich über die Übernahmepläne von Google. Groupon sollte die größte Akquisition in der in der zwölfjährigen Unternehmensgeschichte von Google werden, doch nun scheinen diese Pläne geplatzt zu sein.

Nach Medienberichten ist der Internet-Gigant Google mit seinen Kaufabsichten beim Live-Shopping-Unternehmen Groupon gescheitert. Die Gespräche sollen ergebnislos abgebrochen worden sein, so berichteten unter anderem die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“. Google soll laut den Berichten 5,3 Milliarden Dollar und zusätzlich eine ergebnisabhängige Zusatzzahlung von 700 Millionen Dollar für Groupon geboten haben. Wenn man bedenkt, dass Groupon selbst erst auf eine zweijährige Unternehmensgeschichte zurückblicken kann, scheint dies ein sehr lukratives Angebot zu sein. Warum also wurde dieses trotzdessen ausgeschlagen?

Vielen Berichten zufolge war die gebotene Summe dem aufstrebenden Startup-Unternehmen aus Chicago nicht genug. Bereits im Sommer hatte Groupon unter Beweis gestellt, dass es nicht so einfach zu haben ist, als ein Übernahmeangebot in Höhe von drei Millionen durch Yahoo ausgeschlagen wurde. Anstelle sich aufkaufen zu lassen, erwägt Groupon nun offenbar einen Börsengang . Mit einer endgültigen Entscheidung ist aber erst im kommenden Jahr zu rechnen.

Der New Yorker Finanzanalyst James Altucher hält diese Absage an Google für eine gute Entscheidung. „Der IPO-Markt für Internet-Firmen wird ab nächstem Jahr wieder einen enormen Boom erleben, der über den von 1999 weit hinaus geht“, diese These begründet unter anderem damit, dass eine Reihe großer privater Internet-Unternehmen „reif für einen IPO sei“. Zu diesen angesprochenen Unternehmen gehören seiner Ansicht nach außer Groupon noch Facebook, Twitter, Zynga, Yelp, LinkedIn, Hulu und eHarmony.

Glaubt man dem Alley Insider spielten auch Wettbewerbsbedenken eine entscheidende Rolle, denn ob eine solche Verbindung auch vom Kartellamt seinen Segen bekommen hätte, bleibt fraglich. So erklärt auch eine dem Aufsichtrat vertraute Quelle „Die Groupon-Übernahme würde mehr als jede andere Akquisition Googles die Kontrollbehörden auf den Plan rufen“.

Auch die Akquisition des Suchgeschäftes von Yahoo scheiterte wohl an kartelllrechtlichen Bedenken und die geglückten Übernahmen von Doubleclick und Admob wurden mit strengen Auflagen belegt. Entsprechend wollte Groupon offenbar eine hohe Entschädigungsklausel („Killingfee“) von 700 Millionen Dollar in den Übernahme-Vertrag aufnehmen, um sich dahingehend abzusichern. Offenbar zu viel für Googles Aufsichtsrat.

Es gab allerdings auch weitere mögliche Gründe die angesprochen wurden. So glaubte exictingcommerce nach eigenen Angaben nicht an eine Übernahme, da nicht davon auszugehen war, dass Groupon so wenig von sich, seinem Erfolgsmodell und seinen Entwicklungschancen überzeugt ist, dass es sich bereits jetzt übernehmen lässt, zu einem Zeitpunkt, zu dem die Wachstumskurve noch stark nach oben geht. All Things Digital berichtete mit Berufung auf interne Quellen, dass Groupon den angenommenen Jahresumsatz von 500 Millionen Dollar dieses Jahr wohl weit übertreffen wird. So wird mittlerweile von einem Umsatz in Höhe von 2 Milliarden Dollar ausgegangen.

Im Fall des Übernahmeangebotes durch Yahoo lagen die Lenker von Grouon scheinbar richtig, als sie dieses ablehnten. Wenige Monate später hat sich die gebotene Kaufsumme verdoppelt und wer weiß, welche Entwicklungen in diesem Markt noch möglich sind. Auch andere Beispiele zeigen, dass der schnelle Exit nicht unbedingt der beste Weg sein muss. Man stelle sich vor Facebook wäre 2006 für eine Milliarde an Yahoo verkauft worden oder Google hätte das Übernahmeangebot von Yahoo in den Anfängen der Unternehmensgeschichte angenommen, wer weiß ob diese Unternehmen überhaupt einen solchen Siegeszug hätten antreten können. Klar ist jedoch, dass der Unternehmenswert dieser beiden mittlerweile um ein Vielfaches höher ist als die gebotenen Übernahmesummen. Mit einem Blick auf die bisherige Entwicklung des Unternehmenswertes von Groupon liegt die Vermutung nahe, dass eine ähnliche Wertsteigerung zu erwarten ist, denn Groupon ist bereits jetzt die schnellstwachsende Unternehmung der Geschichte.

Groupon wird kaum ein Unternehmen finden, welches mehr für den mögliche Übernahme bieten würde/könnte. Somit scheint der Weg klar, der Exit zu besseren Konditionen wird wohl nur über einen Börsengang möglich zu sein.

Was meint ihr pokert Groupon zu hoch?

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  1. #1 von danielmarko am Januar 26, 2011 - 10:21 pm

    Ich habe heute in der Berliner Morgenpost gelesen, dass Google nach dem Scheitern der Übernahme von Groupon eine eigene schnäppchen-Seite ins Leben rufen wollen.
    Ob die damit Erfolg haben werden?

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